Todesfall Lara-Mia: Leiblicher Vater erfuhr Tod von der Presse

Er war tagelang ahnunglos. Dabei handelt es sich bei dem verhungerten Baby Lara-Mia aus Hamburg um seine eigene Tochter. Die Presse informierte schließlich den leiblichen Vater (20) über den Tod seiner kleinen Tochter Lara-Mia.

Der 20-jährige hatte zwar die Schlagzeile über Lara-Mia gelesen, aber nicht erkannt, dass es sich um seine kleine Tochter handelt, die bislang bei ihrer Mutter und ihrem neuen Lebensgefährten lebte.

Lara-Mia aus Wilhelmsburg ist aber seine Tochter gewesen. Sie wurde nur neun Monate alt. Verhungerte kläglich.

Der Vater erzählt: „Vor gut einer Woche habe ich noch Post vom Jugendamt bekommen. Ich sollte Unterhalt für Lara-Mia zahlen. Jetzt ist sie tot, und keiner meldet sich.“

Der zuständige Bezirksamtsleiter Markus Schreiber rechtfertigt sich: „Bevor das Jugendamt Angehörige über Todesfälle informiert, machen das normalerweise die Polizei oder Familienangehörige.“

Doch auch die Polizei sieht sich offenbar nicht in der Pflicht. Sprecherin Ulrike Sweden: „In erster Linie sind die Angehörigen dafür verantwortlich, den Tod eines Verwandten zu kommunizieren.“ Sie taten es nicht.

Jessica R. (18), die Mutter des toten Babys, hatte sich schon vor der Geburt des kleinen Mädchens von Fabian W. getrennt.

Er gibt zu, dass er damals Drogen nahm, Häuser beschmierte, einen Polizisten schlug. „Als er in den Knast kam, wollte ich nichts mehr mit ihm zu tun haben“, sagt Jessica.

Dabei erinnert sich Fabian W. noch genau an den Moment, in dem er Lara-Mia mit Jessica gezeugt hat: „Es war total schön, sie hatte überall Kerzen aufgestellt. Ich dachte aber eigentlich, dass sie die Pille nimmt.“

Immer wieder schüttelt der junge Mann den Kopf und sagt: „Es hätte mir doch wenigstens jemand Bescheid geben können.“

Damit hat er wohl Recht …

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