Tote auf der Loveparade: Lopavent laut Minister Jäger schuld !

Die Schuld-Frage wiegt schwer. Wer hat die Katastophe mit 20 Toten, 511 teils schwer Verletzten auf der Loveparade 2010 in Duisburg verursacht ?

NRW-Innenminister Ralf Jäger sieht die Verantwortung für die Tragödie eindeutig bei Loveparade-Veranstalter Lopavent.

Angeblich habe sich Lopavent fortgesetzt über die Bedenken von Behörden und Experten hinweg gesetzt und auf der Veranstaltung in Duisburg beharrt.

Nach Informationen der Zeitung kommen die Sicherheitsbehörden zu der Einschätzung, dass die Lopavent GmbH um den Fitnessunternehmer Rainer Schaller in ihrem Sicherheitskonzept von völlig falschen Berechnungen ausging, wie sich die Besucherströme auf dem Festivalgelände verteilen würden.

Knackpunkt sei vor allem der einzige Zugang zum Party-Gelände gewesen, der über eine Rampe zu zwei nur 16 Meter breiten Tunneln führte.

Dort entstand die Massenpanik, die 20 Menschen das Leben kostete.

Größtes Problem: Die Besucher hatten sich nicht, wie erwartet, rasch von der Rampe entfernt, sondern bildeten ausgerechnet hier einen Stau.

Die katastrophale Folge: Im Eingangsbereich bildete sich Druck, der auf die nachströmenden Gäste weitergegeben wurde.

Die Polizei habe den Veranstalter zuvor auf diese Problematik hingewiesen, hieß es in Polizeikreisen. Immer wieder sei dem Veranstalter die Gefahr klargemacht worden.

Man habe aber nicht hören wollen und die Bedenken mit dem Satz „Wir haben da unsere Erfahrungen.”  abgetan.

Der Veranstalter ging in seinem Sicherheitskonzept nach Angaben der Zeitung davon aus, dass die verschiedenen Lastwagen mit Tänzern und DJs auf der Ladefläche die Besucher auf das Gelände locken und verteilen würden.

Aber: Die LKWs fuhrten laut Behörden-Angaben viel zu nahe an der Rampe vorbei; außerdem waren dort Würstchenstände aufgebaut, so dass die Besucher dort stehen blieben.

Ordner, die den Stau hätten beseitigen können, waren dem „SZ“-Bericht zufolge offenbar nicht in ausreichender Zahl vorhanden, weil der Veranstalter viel weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt habe als angekündigt.

Dies habe Innenminister Jäger dem Landeskabinett in Düsseldorf berichtet. Außerdem habe der Veranstalter Vorschläge ignoriert, im Zugangsbereich eine Videoüberwachung zu installieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.