Tote auf Loveparade: Crowd-Manager gesteht Schuld !

Während alle Verantwortlichen die Schuld am Todes-Drama auf der Loveparade 2010 in Duisburg von sich weisen, hat der Crowd-Manager jetzt als Erster und bislang Einziger eine Schuld an dem gigantischen Unglück eingestanden.

21 Menschen kamen bei einer Massenpanik auf der Loveparade Duisburg ums Leben, mehr als 500 Personen wurden teils schwer verletzt.

„Crowd Manager“ und Psychologe Carsten Walter erklärte jetzt im „Spiegel“: „Ich hätte dringlicher auf die Probleme hinweisen müssen.“

Größtes Problem bei der Massen-Veranstaltung in Duisburg: Die Zu- und Aus-Gänge zum Party-Gelände waren offenbar viel zu klein. Aus einer Drängelei wurde eine Massenpanik, Menschen quetschen ihre Mitmenschen in hilfloser Todesangst einfach tot.

Walters Aufgabe war es, die Zuschauerströme bei der Loveparade zu regulieren. Schon vor der Katastrophe habe er gespürt, dass etwas schieflaufe. Jedoch sagte der Psychologe auch, er habe keine Entscheidungsgewalt gehabt, das Gelände abzuriegeln.

Außerdem belastet Walters die Polizei schwer. So hätten er und ein Beamter „geschätzte 45 Minuten“ benötigt, die Polizeiführung zu erreichen.  Das Problem sei gewesen, dass der Polizist „definitiv“ kein Funkgerät gehabt habe und das Handynetz überlastet gewesen sei. Damit widersprach er der Darstellung der Polizei im Düsseldorfer Landtag.

Auch die Stadtverwaltung Duisburg streitet sich weiter um die Verantwortung. Baudezernent Jürgen Dressler erhob in einem internen Brief an seine Mitarbeiter Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der sich weiterhin gegen alle Rücktrittsforderungen wehrt. In dem Brief, über den am Samstag die „Rheinische Post“ berichtete, schreibt Dressler demnach, es fehle der Verwaltung an einer geordneten Führung. Außerdem sei „eine klare Strategie zur Behebung der Krise nach dem Unglück nicht erkennbar“.

Oberbürgermeister Sauerland bestritt die Vorwürfe. In einer Mitteilung der Stadt Duisburg schrieben er, der Stadtdirektor und drei Beigeordnete, dass die Arbeit der Verwaltungsvorstandskonferenz reibungslos verlaufe. „Leider hat der Beigeordnete Dressler an den letzten Vorstandssitzungen nicht regelmäßig teilgenommen.“

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