Tote bei Loveparade: Opfer-Zahl steigt auf 511 Verletzte

Das Ausmaß der Katastrophe am Samstag auf der Loveparade in Duisburg ist offenbar noch gar nicht gänzlich erfasst. Nach jüngsten Angaben der Staatsanwaltschaft gab es nicht nur 342 teils schwer verletzte Personen, sondern mindestens satte 511 Verletzte, zusätzlich 19 Tote. Eine Person schwebt noch immer in Lebensgefahr !

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass der Veranstalter der Loveparade, die Lopavent GmbH, Geschäftsführer und alleiniger Inhaber Rainer Schaller, für die Loveparade beim Versicherungskonzern Axa eine Versicherung über 7,5 Millionen abschloss. Versichert werden hier Personen- und Sachschäden.

Ein Sprecher des Versicherungskonzerns bestätigte in Köln dies in einem Vorabbericht der „Financial Times Deutschland“.

So besteht zumindest für Hinterbliebene und Verletzte die Hoffnung auf Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz. Forderungen, die allerdings über die Versicherungsssumme hinausgehen, müssten im Zweifelsfall vom Veranstalter selbst getragen werden. Ob dieser in entsprechender Höhe dann zahlungsfähig ist, ist unklar.

Außerdem droht dem Veranstalter und allen Veranwortlichen Personen in Behörden ein Strafverfahren. Dass Personen allerdings tatsächlich eine Haftstrafe antreten müssen, um für die Katastrophe zu büßen, halten Strafrechtler für äußerst unwahrscheinlich.

Bei den Ermittlungen komme wohl der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung in Betracht, bei dem maximal eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder eine Geldstrafe drohe. Voraussetzung dafür sei unter anderem „eine Sorgfaltspflichtverletzung, die ursächlich für den Tod von Menschen geworden ist“.

Ein Experte verwies jüngst öffentlich darauf, dass auch bei tödlichen Autounfällen Unfallverursacher wegen fahrlässiger Tötung in der Regel höchstens zu Bewährungsstrafen verurteilt würden.

Derzeit befasst sich die Staatsanwaltschaft vor allem mit der Frage, wie es zu der tödlichen Massenpanik kommen konnte, warum die Bewegung der Masse durch den Tunnel nicht besser funktionieren konnte und warum man sich mit diesem Problem nicht im Vorfeld eingehender befasst hat.

Zu fragen sei auch, inwieweit Personen gegen Ordnungsmaßnahmen verstoßen und etwa durch Wegschieben von Barrieren oder massives Drängen von hinten zu dem Unglück beigetragen hätten.

Bis die Unglücksursachen umfassend geklärt sind, werden Monaten, vielleicht sogar Jahre vergehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.