Vermisste aus Kaarst: Selbstmord immer rätselhafter

Seit einigen Wochen wird ein 59-jährige Frau aus Kaarst vermisst. Der Ehemann fingierte ein Verbrechen in Südfrankreich, erzählte dann von einem Selbstmord seiner Frau. Jetzt scheint auch diese Version der Geschichte rätselhaft. Von der 59-jährigen fehlt weiterhin jede Spur.

Am Freitag fahndeten Polizisten in Neuss und Kaarst nach Zeugen, die die Verschollene nach dem 4. Mai lebend gesehen haben, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf. Ihr Mann hatte zunächst behauptet, ein Unbekannter habe seine Frau in Südfrankreich entführt und ihn selbst bei dem Überfall verletzt.

Später hatte er dies widerrufen und angegeben, seine Frau habe sich schon am 4. Mai im Rhein bei Neuss ertränkt. Einen Abschiedsbrief habe er vernichtet.

Ein Hotelangestellter hatte dann aber gesagt, die Frau am 9. Mai lebend an der Seite ihres Mannes in Stuttgart gesehen zu haben. Danach verliert sich ihre Spur.

Inzwischen ermitteln die Behörden gegen den Ehemann wegen des Verdachts des Totschlags, allerdings reichen die Beweise derzeit für einen Haftbefehl nicht aus. Gegenüber Ermittlern äußere sich der Verdächtige inzwischen nicht mehr zu seinen widersprüchlichen Aussagen.

Bei einer weiteren Übernachtung in Genf war der 65-Jährige nach bisherigen Erkenntnissen bereits allein, bevor er mit seinem Firmenwagen nach Südfrankreich weitergefahren war. Einer französischen Ermittlungsrichterin habe der Mann gesagt: „Wir sind nach Stuttgart gefahren.“ Dies stütze die Aussage des Hotelmitarbeiters und stehe im Widerspruch zu seiner Selbstmord-Version, sagte Kumpa.

Die Mordkommission „Rhône“ weitete ihre Ermittlungen auf Süddeutschland, die Schweiz, Österreich und Nordfrankreich aus und schaltete Interpol ein. Spezialisten wollen das Auto auf Spuren eines Verbrechens untersuchen. Die französische Polizei hatte den dort beschlagnahmten Wagen ihren deutschen Kollegen überlassen.

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