Wirtschaftskrise: Klassenkämpfe erwartet

Die EU-Finanzminister befürchten mit weiter ansteigenden Arbeitslosenzahlen in der EU massive soziale Unruhen und Klassenkämpfe. Jüngst warnte der EU-Finanzchef Juncker eindrücklich vor weiter ausufernden sozialen Spannungen.

„Es wird eine Beschäftigungskrise geben. Alle politischen Bemühungen Europas müssen sich darauf richten, das politisch und sozial abzufedern“, sagte der Chef der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker (54), nach dem Treffen der Eurogruppe in Brüssel.

Arbeitgeber seien angehalten, Arbeiter nicht unmittelbar in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, sondern Programm wie die Kurzarbeit zu ergreifen. So könne die Durststrecke bis zu einem stärkeren Aufschwung 2011 überwunden werden.

Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (62) sagte mit Blick auf die steigende Arbeitslosigkeit: „Das macht mir Sorgen.“ Es sei auch kein Trost, dass wegen der Reformen der vergangenen Jahre die Lage in Deutschland vergleichsweise besser sei.

Nach Schätzung der EU-Kommission trifft die Krise den Arbeitsmarkt bis zum kommenden Jahr mit voller Wucht. Die Arbeitslosenquote erreicht demnach 2010 rund elf Prozent in Europa und gut zehn Prozent in Deutschland. Mit 8,5 Millionen Arbeitsplätzen wird die EU fast so viele Stellen verlieren, wie in den Wachstumsjahren 2006 bis 2008 aufgebaut wurden.

Die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg wird Europas Wirtschaft nach der Prognose noch bis Mitte 2010 im Griff behalten.

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