Wissenschaft klärt auf: G-Punkt gibt es nicht

Endlich ein Ende für die lästige Sucherei. Den G-Punkt, als weiblicher Orgasmus-Super-Knopf verschrien, gibt es nicht. ER muss sich nicht länger wundern, dass er einfach nichts finden kann, SIE muss sich nicht länger seinen ungelenken Erkundungs-Touren hingeben.

Den G-Punkt gibt es nicht. Punkt. Schluss. Aus. Das haben Wissenschaftler jetzt festgestellt.

Schon als der Gynäkologe Ernst Gräfenberg vor rund 65 Jahren seine vermeintlichen Erkenntnisse zu dem bedeutenden, erogenen Punkt in der Vagina publiziert, herrschte große Skepsis. Zu Recht.

Tatsächlich gibt es in der Vagina etwa drei bis sechs Zentimeter tief an der Vorderwand der Scheide einen Punkt, an dem viele Nervenenden sitzen. Das ist erwiesen. Nicht zutreffend ist dagegen, die Annahme, dass jede Frau durch die Stimulation dieses Punktes unbedingt besonders gut, schnell und unbedingt zum Orgasmus kommen muss.

Tatsächlich gibt es viele Frauen, denen die Stimulierung dieses besonderen Nerven-Bündels unangenehm oder egal ist.

Und das haben Forscher des Londoner King’s College jetzt in einer wissenschaftlichen Studie dargelegt.

Das Ergebnis zum Mysterium G-Punkt: Es gibt ihn nicht. Die Studie wurde im „Journal of Sexual Medicine“ veröffentlicht.

Wie die BBC berichtet, befragte das Team unter der Leitung der Schweizer Sexualforscherin Andrea Burri 1.800 Frauen, bei denen es sich um ein- und zweieiige Zwillinge handelte, ob sie einen G-Punkt hätten. Die Theorie der Wissenschaftler: Da das Erbgut bei eineiigen Zwillingen identisch ist, müssten demnach auch immer beide Frauen eines Paares einen solchen Punkt haben.

Tatsächlich kam aber eine identische Aussage bei den eineiigen Zwillingen nicht häufiger vor, als bei zweieiigen Zwillingen, deren Erbgut nur zur Hälfte identisch ist.

Für Tim Spector, Ko-Autor der Studie neben Burri, zeigt sich damit „ziemlich eindeutig, dass das Vorhandensein eines G-Punktes eine subjektive Angelegenheit ist“, wie er der BBC gegenüber sagte.

Die Diskussion über den G-Punkt habe mehrere Generationen von Männern und Frauen gleichermaßen nun jahrelang unter Druck gesetzt. Die Behauptung über seine Existenz sei daher unverantwortlich, so Burri.

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