DDR-Überwachung: Stasi schickte Kampftruppe wegen Udo Jürgens !

Udo Jürgens war der ehemaligen DDR als Staatsfeind verdächtig. Als ers im Jahr 1976 für die DDR-Fernsehshow „Ein Kessel Buntes“ im Ost-Berliner Friedrichstadtpalast einen Auftritt absolviert, schickte die Stasi einen 25-köpfigen Kampftruppe !

Bei „Provokationen“ sollte der Auftritt sofort abgebrochen werden.

Dabei sang Udo Jürgens auch damals nur von Frieden und Liebe, verabscheut Krieg und Gewalt. Ausgerechnet vor ihm hatte die Staatssicherheit der DDR offenbar große Angst.

Zwei Wochen vor der Aufzeichnung der Sendung hatten die SED-Machthaber Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. Stasi-Mitarbeiter sollten herausfinden, wie Udo Jürgens zu Biermann steht, ob er sich vor seinem Gastspiel möglicherweise zur Ausweisung des Liedermachers äußert.

Hätte nur der geringste Verdacht bestanden, Udo Jürgens wäre sofort ausgeladen worden.

Für den Auftritt des großen Entertainers heißt es daher in einem Maßnahmeplan:

• „Den Friedrichstadtpalast wird Jürgens über einen Hintereingang betreten und verlassen, um eventuelle Massenaufläufe zu verhindern.“

• „Vom DDR-Fernsehen werden als zusätzliche Sicherungskräfte im Friedrichstadtpalast 25 Kämpfer der Kampfgruppe in Zivil eingesetzt.“

• Sollte es zu „politischen Provokationen“ kommen, solle der Auftritt sofort abgebrochen werden.

• Karten dürften nur an „zuverlässige Mitarbeiter des DDR-Fernsehens“, sowie „positive Kräfte“ und Angehörige des DDR-Innenministeriums, der Volkspolizei, der SED-Parteihochschule und des Grenzregiments gehen.

Als Udo Jürgens dann tatsächlich in die DDR reist, wird er total-überwacht und systematisch ausgespäht. Gespräche im Hotel „Unter den Linden“ wurden bespitzelt und protokolliert. Ein Geheimdienstler notierte, dass der Künstler „zwei Eintrittskarten an westdeutsche Fernsehkorrespondenten übergab“.

„Natürlich war uns damals klar, dass wir auf Schritt und Tritt überwacht werden“, so Udo Jürgens heute über seinen DDR-Besuch zu Stasi-Zeiten.

„Nachdem ich Tausende Briefe aus der DDR bekommen hatte, war ich aber froh, dass wir endlich dort auftreten konnten. Trotz der Bespitzelung war es ein großes emotionales Erlebnis.“

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